Per Konzept zum Baugrundstück: Entscheidung zum gemeinschaftlichen Bauen in Knielingen ist gefallen

Karlsruhe,

Insgesamt 25 Baugemeinschaften haben für das Konzeptvergabeverfahren „Am Sandberg“ spannende und innovative Bewerbungen eingereicht. Die Entscheidung fiel nach vierstündigen Beratungen und intensiven Diskussionen, in denen um die beste Lösung mit dem größten Mehrwert für das noch junge Quartier gerungen wurde. Die vier ausgelobten Grundstücke gehen an insgesamt drei Baugemeinschaften, die mit ihren Konzepten zur Wohnidee, dem Nutzen für die Gemeinschaft und dem geplanten Beitrag zum Klimaschutz überzeugen konnten. Diese drei Baugemeinschaften können nun in die konkrete Planung einsteigen.

Es war ein Pilotprojekt, das die VOLKSWOHNUNG Ende 2020 in Knielingen startete: Vier Grundstücke wurden im Rahmen einer Konzeptvergabe als „Wettbewerb der Ideen“ den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern zum Festpreis angeboten, und nicht – wie üblich – im Bieterverfahren veräußert. Kriterien wie Nachhaltigkeit und Gemeinschaft standen dabei im Vordergrund, ebenso der Mehrwert für die Nachbarschaft. 

Für die vorab definierten Kriterien und auch die Beurteilung der eingereichten Konzepte wurde ein Fachgremium benannt, das ein transparentes und fundiertes Vergabeverfahren garantiert. Es setzt sich zusammen aus externen Expertinnen und Experten für gemeinschaftliche Wohnformen, Städtebau und energieeffizientes Bauen sowie Verantwortlichen der VOLKSWOHNUNG. Die Entscheidung über die Grundstücksvergabe wurde anhand der ausgelobten Kriterien und einer vergleichenden Bewertung getroffen. 

Eine der drei ausgewählten Baugemeinschaften wird ihre Planungen mit zwei Mehrfamilienhäusern übergreifend auf zwei Grundstücken realisieren. Die zweite Grundstücksoption geht ebenfalls an eine Mehrfamilienhausplanung mit fünf Parteien, während das dritte Konzept mit einer auf den ersten Blick klassischen Reihenhauszeile, bereichert durch einen gemeinschaftlich genutzten Gebäudeteil und einem stimmigen Nutzungskonzept, überzeugen konnte.

In den Ansätzen aller eingereichten Bewerbungen spiegelten sich eine starke Konzeptqualität und ein hoher Detaillierungsgrad wider: Vielfältige Ideen, wie gemeinsam genutzte Carports mit Reparaturwerkstatt und E-Ladestation, eine zu programmierende Quartiers-App für Nachbarschaftsfeste, ein Co-Working-Büro oder auch ein großer Spielplatz im Garten für alle Kinder der Baugemeinschaft begeisterten das Fachgremium in ihrer Bandbreite. „Entstanden sind Projektgemeinschaften und Entwürfe, die den Wunsch nach Gemeinschaft und einer nachhaltigen Bauweise überzeugend vermittelt haben. Ich bin beeindruckt, wie tief die Frage nach gemeinschaftlichen Räumen von den Teilnehmern durchdacht wurde. Die Euphorie und das Engagement der Gruppen war in jeder Bewerbung sicht- und spürbar“, so Prof. Susanne Dürr, Professorin für Städtebau und Gebäudelehre im Studiengang Architektur an der Hochschule Karlsruhe und Vorsitzende des Fachgremiums.

Viele der Baukonzepte, darunter auch die drei ausgewählten Baugemeinschaften, haben sich für eine klimafreundliche Holzbauweise entschieden. Auch extensive Dachbegrünungen, bienenfreundliche Bepflanzungen, Passivhäuser und innovative Methoden der Wärmeversorgung waren Teil der Konzepte und haben die geforderten Aspekte zum Klimaschutz durchdacht umgesetzt. 

„Wir haben hier heute eine Menge kreatives Potential gesehen. Die beteiligten Baugemeinschaften haben in ihren Konzepten vielfach über die eigene Parzelle hinausgedacht und das gesamte Quartier in ihre Überlegungen einbezogen – das bringt einen Mehrwert für den gesamten Karlsruher Stadtteil“, so Sigrun Hüger, Leiterin des Bereiches Städtebau im Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe und Mitglied des Fachgremiums. 

Die Konzeptvergabe ist ein weiterer Baustein der VOLKSWOHNUNG, um der steigenden Nachfrage nach alternativen Wohnformen gerecht zu werden. „Sozial ausgewogene Nachbarschaften und Quartiere sind uns ein besonderes Anliegen“, erklärt Stefan Storz, Geschäftsführer der VOLKSWOHNUNG, und fährt fort: „Ich freue mich, dass wir mit dem nun gestarteten breiteren Angebot an neuen, innovativen Wohnformen zum einen die Qualität des Zusammenlebens stärken, zum anderen weiter zur Dämpfung der Wohnraumpreise beitragen können.“

Nach der getroffenen Entscheidung des Fachgremiums können die drei Gewinnergemeinschaften auf Grundlage einer Grundstücksoption ihre Planungen weiter ausarbeiten und die Bauanträge stellen.